Quelle: ÖWM
Der traditionsreiche Wiener Gemischte Satz erreichte ab dem Jahrgang 2013 den DAC-Status und damit eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Damit ist gesichert, dass der Wiener Gemischte Satz ausschließlich aus Wien stammt und seine hohe Qualität durch strenge Regeln und Kontrollen gewährleistet ist und bleibt.

Mit der Unterzeichnung des vom Nationalen Weinkomitee eingebrachten Antrages zum DAC-Status des Wiener Gemischten Satzes durch Bundesminister Nikolaus Berlakovich hat ein Prozess seinen Schlusspunkt gefunden, der bereits seit Jahren läuft – die Renaissance des traditionellen Wiener Gemischten Satzes. Durch die brandneue DAC-Verordnung wird exakt definiert, welcher Wein diese Bezeichnung tragen darf. Damit wurde Bestrebungen, insbesondere der Gruppe „WienWein“, die maßgeblich für den Erfolg dieser Wiener Wein-Spezialität im vergangenen Jahrzehnt verantwortlich zeichnet, Rechnung getragen, die Herkunft und hohe Qualität dieser Weine durch entsprechende Bestimmungen abzusichern.


Typisch Wien

Die neue Verordnung zum Wiener Gemischten Satz schreibt vor, dass zumindest drei weiße Qualitätsweinrebsorten gemeinsam in einem Wiener Weingarten angepflanzt sein müssen, welcher im Kataster des Wiener Rebflächenverzeichnisses als Wiener Gemischter Satz eingetragen ist. Der größte Sortenanteil einer Rebsorte darf nicht höher als 50% sein, der drittgrößte Anteil muss zumindest 10% umfassen. Der vorhandene Alkoholgehalt ist mit höchstens 12,5% Vol. am Etikett anzugeben, der Wein darf keinen stark wahrnehmbaren Holzeinsatz vorweisen und muss trocken sein.

Zusätzlich kann der Wiener Gemischte Satz DAC auch mit einer Lagenbezeichnung auf den Markt kommen. Der vorhandene Alkoholgehalt ist bei Lagenweinen mit mindestens 12,5% Vol. am Etikett anzugeben, der Wein muss nicht der Geschmacksangabe „trocken“ entsprechen und darf nicht vor 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres verkauft werden.


Wein mit Geschichte: Bereits im 19. Jahrhundert setzte man in Wien auf Edelrebsorten wie Riesling, Rotgipfler, Weißburgunder und Traminer. Diese wurden zusammen mit anderen weißen Sorten im Weingarten gemischt ausgepflanzt und die geernteten Trauben im Keller gemeinsam verarbeitet. Dadurch entstanden nicht nur sehr vielschichtige Weine, sondern die Winzer hatten auch einen sicheren Ertrag. Mit dem Trend zum reinsortigen Ausbau wurde der Gemischte Satz immer mehr zum einfachen Schankwein degradiert. Nur Weinbau-Legende Franz Mayer füllte ihn konsequent weiter in Bouteillen ab und glaubte an die Zukunft dieses Weines. Erst spät fand er damit Gehör und mit der Initiative der Gruppe „WienWein“, erlebte der Wiener Gemischte Satz eine neue Blüte.


Qualitätswein-Herkunft Wien bleibt erhalten

Die DAC erstreckt sich ausschließlich auf die Regelung des Wiener Gemischten Satzes. Somit dürfen alle Qualitätsweine Wiens weiter unter der Bezeichnung Wiener Wein auf den Markt kommen. Ein Gemischter Satz, welcher nicht den Regelungen des Wiener Gemischten Satzes entspricht, muss als Landwein mit der Herkunftsbezeichnung Weinland in Verkehr gebracht werden. „Diese Sonderregelung war für den Wiener Wein notwendig, da Wien gleichzeitig Hauptstadt und Bundesland ist und damit bis 2009 Weinbauregion für Landwein und auch Weinbaugebiet für Qualitätswein war“, erklärt Willi Klinger, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing. „Die neu geschaffene DAC für den Wiener Gemischten Satz ist eine viel strengere Qualitäts- und Herkunftsgarantie als die bisherige Regelung.“ (Quelle: Der Winzer)